



„Endlich IHRE Telefonnummer!!“, Thorsten konnte es einfach nicht fassen. Seit mindestens drei Monaten hatte er sie zweimal die Woche im Supermarkt an der Ecke gesehen und letzten Donnerstag hat er auch endlich ein paar Worte herausgebracht. „O.K.“, dachte er sich, als er die Nummer in der Hand hielt, „stottern hin oder her, Telefonnummer ist schließlich Telefonnummer!!“ Nach elf SMS und zwei Telefonaten stand das erste Date vor der Tür.
Mit den Kontakten zum anderen Geschlecht ist es wie mit Vorstellungsgesprächen: Kaum hat man die erste Hürde genommen und wird von der Umworbenen überhaupt auch nur beachtet, dann lauern schon ganz neue Fallen auf den Kandidaten. Das ist ja auch kein Wunder, denn welcher Boss gibt sich schon mit einem Bewerber zufrieden, der zwar eine nette Bewerbungsmappe auf die Beine stellt, ansonsten aber nicht viel auf dem Kasten hat.
Daher heißt es, auf der Hut sein, denn schnell wird aus dem ersten Treffen auch das Letzte. Ob im Café statt Langeweile ein anständiger Flirt aufkommt, hängt davon ab, ob Sie die Sympathie Ihres Gegenübers erobern oder nicht.
Sympathie erobern! Das ist leichter gesagt als getan! Auch die Wissenschaft hat sich mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt und festgestellt, dass es gar nicht so schwer ist, jemanden für sich einzunehmen. Am wichtigsten ist dabei das Lächeln. Versuchen Sie schlicht und einfach während Ihrer Unterhaltung dann und wann ein angenehmes Lächeln aufzusetzen. Nichts hilft besser die Sympathien Ihres Gegenübers zu gewinnen. Vermeiden Sie allerdings in ein verkrampftes Dauergrinsen zu verfallen, denn das wirkt garantiert unnatürlich und hat sicherlich keinen positiven Effekt.
Aber lächeln ist nicht das einzige Mittel, um jemanden von sich zu überzeugen. Eine weitere wichtige Technik ist die Verstärkung. Darunter versteht man nichts anderes, als solche Verhaltensweisen zu zeigen, die von Ihrem jeweiligen Gegenüber als angenehm empfunden werden. Es ist offensichtlich, dass Ihre neue Favoritin gerade eine schwere Prüfung ausgezeichnet bestanden hat? Um so besser für Sie! Zeigen Sie Ihre aufrichtige Anerkennung und Bewunderung und Sie haben wieder einen Punkt gemacht. Aber Achtung: Übertreiben Sie es nicht, denn ansonsten ist Ihre schöne neue Strategie durchschaut und Sie können ewig und drei Tage warten, bis Sie sie wieder einmal zum Einsatz bringen können.
Schließlich kann man noch auf eine dritte Art und Weise bei seinem Gegenüber positiv auffallen: Etwas von sich selbst erzählen. Dabei geht es nicht darum, den anderen mit kleinen Geschichten über sich zu zuschütten. Wichtig ist vielmehr, dass Sie gezielt Informationen über Ihre eigene Person preisgeben. Es müssen ja nicht gleich die größten persönlichen Geheimnisse sein, aber ein wenig den Schleier lüften, kann eine ganz neue Intensität des Dialogs zwischen Ihnen beiden aufbauen.
Allerdings bleibt dann immer noch die Frage, wie Sie merken, ob Sie jetzt tatsächlich überzeugen konnten oder ob Ihre gesammelten Versuche ein Fehlschlag waren. Auch hier hilft uns die Forschung weiter. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben analysiert, wie Personen reagieren, wenn sie jemanden sympathisch finden und wie ihre Reaktion aussieht, falls Langeweile oder sogar Abneigung im Spiel ist. Falls Ihre neue Favoritin lacht, Blickkontakt hält, sich dann und wann zu Ihnen hinüberbeugt und während des Gesprächs eine angeregte Mimik zeigt, dann können Sie sich beruhigt zurücklehnen: Offensichtlich haben Sie die Situation im Griff. Sich allerdings schleunigst etwas Neues überlegen sollten Sie, wenn Ihr Gegenüber mit versteinerter Mine dasitzt, am laufenden Band aufs Klo rennt oder sogar noch gähnt.
© Sebastian Niestroj