Eine Mütze voll Schlaf

Seit Wochen das gleiche leidige Thema: Kaum liegt Frauke abends im Bett, ist sie hellwach und wälzt sich stundenlang von links nach rechts. Der Tag danach ist eine einzige müde Tortur und von Konzentration in der Vorlesung oder beim Hausarbeit schreiben kann nicht die Rede sein. 

Frauke ist kein Einzelfall. Schlaflosigkeit plagt fast jeden von uns mindestens einmal im Leben für eine gewisse Zeit. Es besteht also kein Grund zur Panik ... was allerdings bei akuten Schlafproblemen nur ein schwacher Trost ist! Was also tun, wenn die nächsten Prüfungen anstehen und man sich nichts sehnlicher wünscht als ausgeruht in den nächsten Lerntag zu starten, aber leider kein Auge zu kriegt? Prinzipiell stellen sich zwei Fragen, wenn es um das Thema Schlaflosigkeit geht: Erstens was mache ich, wenn ich mal wieder stundenlang im Bett wachliege und zweitens was kann ich in Zukunft tun, damit ich schneller einschlafe und am nächsten Tag ausgeruhter als bisher bin? 

Zunächst die Frage nach dem Notfallplan: Was haben Sie zu tun, wenn Sie mal wieder nicht einschlafen können? Da hilft nur eins: So schnell wie möglich raus aus den Federn! Als Faustregel gilt: Wenn Sie nach 20 Minuten nicht eingeschlafen sind, stehen Sie auf und werden Sie aktiv. Allerdings ist es wichtig, dass Sie sich mit etwas produktivem beschäftigen. Rufen Sie z. B. eine gute Freundin an, mit der Sie schon ewig und drei Tage nicht gesprochen haben ... vorrausgesetzt, Sie wissen ganz genau, dass Sie auch nicht schlafen kann! 

Allerdings gibt es auch einiges, was Sie tun können, bevor Sie ins Bett gehen, um etwaigen Ein- und Durchschlafproblemen vorzubeugen. Eine wichtige Maßnahme ist, dass Sie auf regelmäßige Schlafzeiten achten. Dabei ist es weniger wichtig, dass Sie immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Legen Sie sich lieber erst hin, wenn Sie wirklich müde sind! Worauf Sie allerdings in jedem Fall achten sollten ist, dass Sie immer zur selben Zeit aufstehen. Ob Sie also um 23:00h oder 3:00h schlafen gegangen sind, wenn Sie sich vorgenommen haben, um 7:30h aufzustehen, dann tun Sie das auch ... egal wie müde Sie auch immer sein mögen! 

Eine weitere wichtige Regel sollten Sie auch in jedem Fall beherzigen, damit Sie Ihren Schlaf in den Griff bekommen (oder damit er gar nicht erst aus dem Ruder läuft!): Das Bett ist nur zum Schlafen und für den Sex da. Alles andere, was Sie sonst dort tun (wie z. B. lesen, fernsehen, essen oder telefonieren) ist Bettmissbrauch und auf kurz oder lang ruinieren Sie damit Ihren Schlaf (wenn Sie es nicht schon getan haben!) 

Und noch ein wichtiger Tipp für die optimale Schlafvorbereitung: Halten Sie Ihr Schlafzimmer kühl. Kaum etwas stört den gesunden Schlaf mehr als konstante 30°C im Schlafgemach. Bevor Sie sich also für die Nachtruhe hinlegen, Fenster auf und Heizung aus, denn wer schläft schon gerne bei Saunatemperaturen? 

Vergessen Sie außerdem Ihre Ernährung nicht, wenn Sie sich einen besseren Nachtschlaf antrainieren wollen. Eins ist auf jeden Fall sicher: Klassische bayerische Spezialitäten wie Schweinsbraten mit Klößen und zwei bis drei Maß garantieren alles andere als eine erholsame Bettruhe. Wenn demnächst akademische Spitzenleistungen von Ihnen gefordert werden, dann verzichten Sie außerdem am besten am Abend auf den üblichen Kaffee und auch mit den Schoppen sollten Sie es nicht übertreiben, denn schon seit ewigen Zeiten gilt in der Schlafforschung: Koffein und Alkohol sind Gift für einen gesunden Schlaf. 

Aber keine Angst, auch nach der Mittagsmensa müssen Sie jetzt nicht nur von trockenem Brot und Wasser für den Rest des Tages dahinvegetieren. Nein, es gibt auch Nahrungsmittel, mit denen Sie das Einschlafen beschleunigen können. Dabei handelt es sich nicht um spezielle und teuere Produkte aus der Apotheke, sondern um eine Reihe von Nahrungsmitteln, die einen relativ hohen Anteil an Tryptophan aufweisen wie z. B. Geflügel oder auch Milch. Gegen einen gepflegtes Truthahnsandwich zum Abendbrot und eine heiße Milch mit Honig kurz vor dem Schlafengehen ist also nicht das Geringste einzuwenden. 

Bleibt schließlich das leidige Thema Sport. Wer jeden Tag zur Uni mit dem Bus fährt und die 50 Meter zum Bäcker mit dem Auto zurücklegt, der darf sich nicht wundern, wenn er sich jede Nacht von links nach rechts wälzt und alles andere tut als gut zu schlafen. Menschen sind dafür gemacht sich zu bewegen und wer sich nicht bewegt, der schläft nicht gut. Umgekehrt bedeutet das: Ein bisschen mehr Bewegung kann schon zu wesentlich besserem Schlaf führen. Falls also demnächst eine Prüfung ansteht, für die Sie ausgeschlafen sein müssen, fahren Sie die Wochen vor der Prüfung besser mit dem Fahrrad zur Uni als mit dem Auto. 

Auf keinen Fall sollten Sie allerdings nach Schlaftabletten greifen, wenn es mit dem Ein- bzw. Durchschlafen mal nicht so klappt! Denn oft ist dabei der Schaden größer als der Nutzen: z. B. führen viele Medikamente zu einem Hang-over, so dass Sie zwar in der Nacht gut schlafen können, aber am nächsten Morgen alles andere als topfit sind und aus dem effektiven Lernen mal wieder nichts wird. 

Jetzt wissen Sie also, was Sie selber tun können, wenn Sie in Zukunft besser schlafen wollen oder falls Sie mal wieder eine Nacht kein Auge zu kriegen. Sollten all die Tipps in diesem Artikel allerdings nichts helfen, dann resignieren Sie nicht, sondern wenden Sie sich an die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks, denn manchmal verstecken sich hinter Schlafproblemen Schwierigkeiten, die gelöst werden wollen. 

© Sebastian Niestroj 

Drucken