Schneller studieren oder ein Plädoyer für´s Bummeln


Ein schnelles Studium ist eine verlockende Sache: Weniger Kosten, schneller einen Job, Anerkennung, keine nörgelnden Eltern. Leider ist das Ziel so attraktiv, dass viele Studenten schnelles Studieren mit hektischem Studieren verwechseln. Welche Folgen permanenter Stress und Hektik für ein Studium haben, wissen die meisten aus leidvoller Erfahrung nur zu gut: Frust, schlechte Laune und Magenbeschwerden. Um wirklich schnell im Studium zu sein hilft deshalb nur eins: Bummeln am Anfang! 

So paradox es klingen mag, aber wer sein Studium schnell, günstig und stressarm über die Bühne bringen möchte, der sollte sich Zeit lassen. Aber Vorsicht, hier geht es nicht darum, jeden Tag in der Hängematte zu verbringen, sondern sich gezielt Zeit zu nehmen. Um sich einen Weg durch den Studiendschungel zu bahnen, brauchen Sie am Anfang ein paar neue Überlebenstricks, die man in der Schule oder im Elternhaus nicht beigebracht bekommt. Wie funktioniert das mit den Scheinen? Welche Leistungsnachweise brauche ich im Grundstudium? Wann kann ich welchen Dozenten wo sprechen? Wie lange brauche ich ungefähr für eine Hausarbeit? etc. Wer jetzt die Nerven verliert und in hektische Betriebsamkeit verfällt, der macht zwar irgendwas, aber ist sicher nicht auf dem effektivsten Weg in Richtung schnelles Studium. Gucken Sie sich den neuen Laden in dem Sie da gelandet sind erst mal genau an, belegen Sie im ersten und zweiten Semester lieber ein Seminar zu wenig als zu viel, und unterhalten Sie sich mit älteren Semestern, damit Sie rechtzeitig wissen, wann Sie was wann wofür brauchen. Und vor allem eins: Machen Sie sich klar, ob das überhaupt das Richtige für Sie ist, was Sie da tun! 

Außerdem hat das Bummeln am Anfang noch einen zweiten großen Vorteil, der Ihr Studium später ein ganzes Stück beschleunigen kann. Wer sich am Anfang etwas Zeit lässt und auch andere Dinge neben seinem Studienfach im Kopf hat, der findet auch schneller Anschluss. Und unterschätzen Sie auf keinen Fall die studienbeschleunigende Wirkung sozialer Kontakte! Sie helfen, wenn es mal mit einer Hausarbeit knapp wird, wenn Sie eine Klausur mal nicht gepackt haben oder falls Sie Liebeskummer plagen sollte … außerdem kann man neben dem ganzen schnell Studieren auch noch ein bisschen Spaß haben. Also vergessen Sie nicht: Für ein schnelles Studium sind Partys in den ersten Semestern Pflicht! 

Aber natürlich ist es für ein schnelles Studium nur mit Bummeln nicht getan. Wenn Sie wissen, ob Sie das Richtige studieren, wie die Dinge in Ihrem Fachbereich laufen und Sie ein paar nette Kontakte geknüpft haben, dann geht es um die strategischen Studienentscheidungen. Was wollen Sie mit Ihrem Abschluss erreichen? Wollen Sie an der Uni bleiben? Oder wollen Sie danach in einer bestimmten Firma arbeiten? Wollen Sie einen Job im Ausland? Machen Sie sich klar, wo die Reise hingehen soll. Wenn Sie sich über den Punkt klarer sind, können Sie gezielt daran gehen, ihn in Ihrem Studium in die Tat umzusetzen. Ein Praktikum hier, eine HiWi-Stelle dort, … haben Sie dabei immer im Auge, wofür es gut sein könnte, was Sie da gerade tun und ob Sie so Ihren Zielen etwas näher kommen. 


© Sebastian Niestroj

Und noch einmal auf den Punkt gebracht: Mit Bummeln und Planen sind Sie schneller am Ziel!